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Die neue Orgel in der kath. Kirche Christ König

Eine Kirche ohne Orgel? Undenkbar?
Wer irgendwo in der Welt einen Kirchenraum betritt, der wird sich auf dem Wege zum Altar früher oder später umwenden, in der Gewissheit, hoch oben auf der Empore thront sie im metallischen Glanz ihres von kunstreicher Schnitzerei oder schlichter Fassung gerahmten Prospektes: die Orgel.

Beginnt sie gar zu tönen und mit den verweilenden Besuchern weltweit verständliche Zwiesprache zu halten, dann verwandelt sich dieses krönende architektonische Juwel in eine Quelle wundersam erhebender Wohllaute, und man versteht den großen Guillaume de Machaut, der vor 600 Jahren beteuerte, mit der Orgel spreche die Königin der Instrumente. Die Vergangenheit der Orgel erzählt sich wie ein Roman. Zum ersten Mal berichtet ein Ingenieur und Erfinder aus Alexandrien von einem orgelähnlichen Instrument, das der Sohn eines Barbiers etwa 200 Jahre v. Chr. konstruiert haben soll. Der Winddruck wurde durch Wasserverschluss erzeugt.

Eine spätere Kunde kommt im frühen Mittelalter aus Byzanz, das zum Orgelbauzentrum heranwuchs. Die bis Spanien und England verbreiteten Instrumente sind pneumatisch, d. h. Bälge mit Luft ersetzen den Wasserdruck.

So entwickelte sich die Orgel in ihrer heutigen Form über Jahrhunderte. Blütezeit des Orgelbaus waren der Barock und die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Als Königin der Instrumente fand die Orgel Eingang in die Kirchen und diente zur Intonation und zu Chorgesängen. In der katholischen Kirche war die Orgel erlaubt, aber noch nicht liturgiefähig. Für den Organisten gab es kaum Gelegenheit, in der Messe Orgelstücke zu spielen. Seit der Liturgiereform durch das II. Vatikanische Konzil ist die Orgel für den Gottesdienst unverzichtbar. Das Konzil äußerte sich: „Die Pfeifenorgel soll in der lateinischen Kirche als traditionelles Musikinstrument in Ehren gehalten werden, denn ihr Klang vermag den Glanz der kirchlichen Zeremonien wunderbar zu steigern und die Herzen mächtig zu Gottes und zum Himmel emporzuheben.“

Für die Kirche Christ König eine neue Orgel bauen zu können, war eine reizvolle Aufgabe für uns.
Gern haben wir dabei die Anregungen der Kirchengemeinde aufgenommen und zu realisieren versucht. Bei der technischen Ausführung haben wir uns von den klassischen Bauprinzipien leiten lassen.
Wer die Planung der Orgel verfolgt hat, wird bestätigen, dass es sich die Verantwortlichen nicht leicht gemacht haben, die endgültige Entscheidung für die Disposition und den Prospekt zu treffen. Denn Orgel und Kirchenraum gehören zueinander, das gilt sowohl für den architektonischen als auch klanglichen Bereich.

Für die Gestaltung der neuen Orgel galt es, einen Entwurf von klassisch ausgewogenen Formen zu finden, bei dem die folgenden Planungsfaktoren zu beachten waren:erkennbarer Werkaufbau

geschlossenes, auf Rahmen gefertigtes Orgelgehäuse als Resonanzträger

harmonische, auflockernde Anordnung der Prospektpfeifen, den Werken entsprechendDas selbsttragende Orgelgehäuse auf Rahmen und Füllungen aus Eiche umschließt das gesamte Innere, wodurch eine gute Klangvermischung und Klangabstrahlung erzielt wird.
Der freistehende Spieltisch ist mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registratur ausgestattet.
Die Spieltraktur wurde in solider, bewährter Holzbauweise gefertigt und besitzt einen fühlbaren Druckpunkt. Die Registratur ist überschaubar angeordnet und vom Organisten leicht zu erreichen. Für die Klangqualität sind ein freistehendes Orgelgehäuse (ohne Befestigung an den Kirchenwänden) sowie die Materialien und Mansuren der Holz- und Metallpfeifen wichtig. Die Metallpfeifen sind aus gegossenem und gehobeltem Zinn/Blei-Material in unterschiedlichen Legierungen gefertigt. Ein Teil Pfeifen aus der alten Orgel wurden nach grundlegender Überarbeitung übernommen.

Die gesamte Orgel besitzt 30 Register, die auf zwei Manuale und ein Pedal verteilt sind. Im I. Manual, Hauptwerk, stehen 867 Pfeifen, im II. Manual, Schwellwerk, 872 Pfeifen und mit Pedal 300 Pfeifen, insgesamt also 2039 Stück.

Wir danken allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit und wünschen, dass die neue Orgel die vielfältigen Erwartungen, in erster Linie als liturgisch musikalisches Ausdruckselement im Gottesdienst, erfüllt und zur Erbauung der Gemeinde und zur größeren Ehre Gottes dient.

Ruth Stockmann



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Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden

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